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Olaf Schönborn´s Q4

Radio Jazz  (nu jazz/pop jazz)
VÖ: 04.04.2008
Label: JAZZ'n'ARTS
JNA 3808
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„Fließend, eingängig, entspannt … aber mit Tiefe, Groove und Energie", das wären beschreibende Worte, die einem beim Hören von „Radio Jazz", dem neuen Album des in Mannheim lebenden Saxophonisten und Labelchefs Olaf Schönborn unwillkürlich in den Sinn kommen. Orientiert hat sich der in Mannheim lebende Musiker und Labelchef für seine Kompositionen unter anderem an Vorbildern wie Pat Metheny und Vince Mendoza. Aber auch der Altsaxophonist Adderley fasziniert ihn, „ …weil da jeder Ton vor Energie und Gefühl vibriert, gerade auch bei den Balladen!“ Da ist Schönborn selbst ganz dicht dran, ist ihm doch ein warmer voller Ton auf dem Saxophon vertrauter als lautes, unsortiertes Geschrei auf dem Instrument. Ohne dabei nostalgisch zu werden, nimmt Schönborn mit „Radio Jazz" Bezug auf eine andere, gar nicht allzu lang zurückliegende Zeit – als das Radio mit einer reichhaltigen Musikauswahl und buntem Jazzprogramm das Hören noch zu einem Ereignis machte. Für Schönborn, den „großen Radiofan", wie er sich selbst bezeichnet, war das Radio lange die wichtigste Inspirationsquelle, auch wenn es heute, in Zeiten des „Formatradio", das immer nur die ewig gleichen Hits rauf und runternudelt, erscheint, als wäre dies alles eine Ewigkeit her. Musik, wie man sie gern im Radio hören würde! Und wie klingt diese „Radio Jazz“-Musik denn nun, die mit humorigen Songtiteln wie „April Showers“ und „Sonne im Mai“ das Augenzwinkern nie ganz sein lassen kann? Zunächst erbringt „Radio Jazz" den Beweis, dass auch „Jazz diesseits des Smooth" radiotauglich sein kann: Es sind ideenreiche, subtil arrangierte und melodische Kompositionen; ein Hauch von Latin, ein spürbarer, energetischer Touch südamerikanischen Feelings kommt hier auf – aber nicht ohne dezente Eigenwilligkeiten. Der schwierige Balanceakt, die Musik gleichzeitig so „perfect and sophisticated" wie eingängig und kurzweilig, kurz – einfach schön – zu gestalten, ist hier gelungen: Eine derart kraftvolle und prägnante, im positiven Sinne „ins Ohr gehende", Leitmelodie wie beispielsweise bei „For Pat" hat man im Jazz wohl seit Spyro Gyra nicht mehr gehört. Das grooveorientierte „Im Zug" lebt von seinem ostinaten Bassriff, über das Schönborn ein energiegeladenes Saxophonsolo aufspannt. Fast elegisch und transzendent hingegen kommt die Ballade „When Love Breaks Down" (im Original von Prefab Sprout) einher, immer wieder gebrochen durch entspannt freundliche Latin-Einlagen. Jede der Kompositionen auf „Radio Jazz" kommt in detailreichem, individuellen Gewand einher – Füllmaterial sucht man auf „Radio Jazz" vergebens; an diesem Album wird man auch längere Zeit Freude haben.

Besetzung
Olaf Schönborn - Sax
Daniel Stelter - Guitar
Martin Simon - Bass
Tilman Bruno - Percussion

www.radio-jazz.de




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